Seewasserkühlkreislauf vom Bootsmotor winterfest machen | Tipps & Tricks| Gründl Tipps & Tricks
Seewasserkühlkreislauf vom Bootsmotor winterfest machen | Tipps & Tricks

Seewasserkühlkreislauf vom Bootsmotor winterfest machen

Wer in Regionen mit kalten Wintern unterwegs ist und das Boot während der kalten Jahreszeit an Land stellt, sollte den Schiffsdiesel rechtzeitig winterfest machen. Dadurch lassen sich Frostschäden und Korrosion am Motor und im Seewasserkühlkreislauf vermeiden.

Besonders kritisch wird es, wenn Wasser im Kühlsystem gefriert. Beim Gefrieren dehnt sich Wasser aus und kann dadurch einen erheblichen Druck in Leitungen, Pumpen und anderen Bauteilen erzeugen. Um Schäden zu vermeiden, sollte der Seewasserkühlkreislauf deshalb vor dem Winter vollständig gegen Frost geschützt werden.

Eine praktische Möglichkeit besteht darin, das Wasser im Seewasserkühlkreislauf durch ein geeignetes Frostschutzmittel mit Korrosionsschutz zu ersetzen. Alternativ kann das Kühlsystem vollständig entleert werden. Dafür besitzen viele Motoren entsprechende Ablassschrauben.

Das vollständige Entleeren hat allerdings einen Nachteil: Bleiben metallische Oberflächen im Kühlsystem über längere Zeit trocken, können sie leichter korrodieren oder rosten. Ein geeignetes Frostschutzgemisch mit Korrosionsschutz bietet hier zusätzlichen Schutz.

Frostschutzmittel

Einkreis- oder Zweikreiskühlung?

Bevor mit dem Einwintern begonnen wird, sollte zunächst geklärt werden, welches Kühlsystem im Bootsmotor verbaut ist. Grundsätzlich wird zwischen Einkreiskühlung und Zweikreiskühlung unterschieden.

Bei einer Einkreiskühlung wird das Seewasser direkt zur Kühlung des Motors verwendet. Viele Motoren verfügen dabei über ein Thermostat, das den Kühlwasserfluss abhängig von der Motortemperatur steuert.

Hier sollte unbedingt die Bedienungsanleitung des jeweiligen Motors berücksichtigt werden. Je nach Konstruktion kann es erforderlich sein, den Thermostat auszubauen oder den Motor zunächst auf Betriebstemperatur zu bringen, damit das Frostschutzgemisch tatsächlich alle Bereiche des Kühlkreislaufs erreicht.

Bei einer Zweikreiskühlung gibt es einen inneren und einen äußeren Kühlkreislauf. Der innere Motorkühlkreislauf arbeitet normalerweise mit einem Kühlmittel, das bereits über einen Frostschutz verfügt und deshalb nicht auf die gleiche Weise winterfest gemacht werden muss.

Trotzdem sollte auch hier regelmäßig kontrolliert werden, ob das Mischungsverhältnis des Kühlmittels noch ausreichend Frostschutz bietet. Bei Unsicherheit empfiehlt sich ein geeigneter Frostschutzprüfer.

Frostschutzmittel für Boote & Motoren

  • Yachticon Organic Anti-Freeze

    Frostschutzmittel, 5 Liter

  • Frostschutzmittel Talamex

    5 Liter

  • LIQUI MOLY Marine Antifreeze

    biologisch abbaubar, 5 Liter

  • VAKE Frostschutzmittel

    4 Liter (100% biologisch)

Was wird benötigt, um den Seewasserkühlkreislauf winterfest zu machen?

Für das Einwintern des Seewasserkühlkreislaufs werden normalerweise nur wenige Hilfsmittel benötigt.

Neben einem geeigneten Frostschutzmittel mit Korrosionsschutz sind vor allem folgende Dinge praktisch:

  • ein ausreichend großes Gefäß zum Anmischen des Frostschutzgemisches
  • eine Gießkanne oder ein vergleichbarer Behälter
  • gegebenenfalls ein Wasserfilterschlüssel
  • ein Schwamm
  • ein sauberes Tuch oder Lappen

Die Gießkanne hat den Vorteil, dass das vorbereitete Frostschutzgemisch kontrolliert in den geöffneten Seewasserfilter eingefüllt werden kann.

Tipp: Das Einwintern lässt sich besonders komfortabel zu zweit durchführen. Eine Person bedient den Motor, während die zweite Person das Frostschutzgemisch nachfüllt und gleichzeitig kontrolliert, wann das Gemisch am Auspuff austritt.

Diese Schritte machen den Seewasserkühlkreislauf winterfest

1. Motor ausschalten und Seeventil schließen

Vor Beginn der Arbeiten wird der Motor ausgeschaltet und das Seeventil geschlossen.

Befindet sich das Boot bereits an Land, verhindert das geschlossene Seeventil, dass das Frostschutzgemisch über den Borddurchlass wieder aus dem System herausläuft.

Befindet sich das Boot noch im Wasser, ist das Schließen besonders wichtig. Wird der Seewasserfilter geöffnet, könnte sonst Wasser in das Boot eindringen.

2. Seewasserfilter öffnen und kontrollieren

Als Nächstes wird der Seewasserfilter lokalisiert und vorsichtig geöffnet.

Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, den Filter gleich zu reinigen. Der Filtereinsatz und die Gummidichtung können kontrolliert und von Verschmutzungen befreit werden.

Auch das Innere des Filtergehäuses sollte gereinigt werden. Ein Schwamm oder ein kleines Gefäß kann dabei helfen, vorhandenes Wasser vollständig zu entfernen.

3. Frostschutzgemisch vorbereiten

Anschließend wird das Frostschutzmittel entsprechend der Herstellerangaben mit Wasser gemischt.

Das richtige Mischungsverhältnis ist entscheidend, denn davon hängt ab, bis zu welcher Temperatur der Kühlkreislauf geschützt ist. Die entsprechenden Angaben finden sich normalerweise auf dem Kanister des Frostschutzmittels.

Für viele Yachten reicht eine vergleichsweise geringe Menge Frostschutzkonzentrat aus. Wichtig ist jedoch, nicht pauschal mit einem bestimmten Mischungsverhältnis zu arbeiten, sondern immer die Angaben des verwendeten Produkts und die zu erwartenden Temperaturen zu berücksichtigen.

Eine ausreichend große Gießkanne erleichtert das Anmischen und spätere Einfüllen.

4. Frostschutzgemisch in den Kühlkreislauf geben

Nachdem das Frostschutzgemisch vorbereitet wurde, wird der Seewasserfilter damit gefüllt.

Nun kann der Motor gestartet werden. Normalerweise genügt dabei eine niedrige Drehzahl beziehungsweise der Leerlauf.

Die Kühlwasserpumpe beginnt bereits beim Starten des Motors, das Gemisch aus dem Seewasserfilter anzusaugen. Deshalb sollte das Frostschutzgemisch kontinuierlich nachgefüllt werden.

Es wird so lange nachgefüllt, bis das farbige Frostschutzgemisch am Auspuff austritt.

Sobald dies der Fall ist, sollte der Motor unmittelbar wieder ausgeschaltet werden. Dadurch wird verhindert, dass die Seewasserpumpe trockenläuft.

5. Seewasserfilter wieder schließen

Nach dem Abschalten des Motors wird der Seewasserfilter wieder ordnungsgemäß verschlossen.

Übrig gebliebenes Frostschutzgemisch kann – sofern vom Hersteller vorgesehen – aufbewahrt und für weitere Arbeiten am Boot verwendet werden. Der Behälter sollte eindeutig gekennzeichnet werden, damit später klar ist, welches Mischungsverhältnis enthalten ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Motor winterfest zu machen?

Ein sinnvoller Zeitpunkt für das Einwintern ist das Ende der letzten Fahrt der Saison, insbesondere wenn das Boot anschließend aus dem Wasser genommen und ins Winterlager gebracht wird.

Wer das Einwintern direkt beim Krantermin erledigt, kann die Arbeiten unmittelbar nach der letzten Fahrt durchführen. Dabei sollte das Verfahren zum jeweiligen Motortyp passen und insbesondere die Vorgaben des Motorherstellers berücksichtigt werden.

Alternativ kann der Motor erst nach dem Einlagern winterfest gemacht werden. Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass beim laufenden Motor Abgase entstehen und beim Vorgang Flüssigkeit aus dem Auspuff austreten kann. In geschlossenen Winterlagerhallen kann dies problematisch sein.

Im Außenlager ist dieser Aspekt weniger kritisch, trotzdem sollte immer auf eine sichere Arbeitsumgebung geachtet werden.

Wenn das Boot bereits an Land steht, sollte nach Abschluss der Arbeiten außerdem geprüft werden, ob das Seeventil geöffnet werden muss, damit Wasser aus dem Schlauchabschnitt zwischen Borddurchlass und Seewasserfilter ablaufen kann. Dabei sind die Vorgaben des jeweiligen Motor- und Kühlsystems zu beachten.

Wichtige Hinweise zum Frostschutz

Beim Einwintern kommt es nicht nur darauf an, irgendein Frostschutzmittel zu verwenden. Das Produkt muss für den vorgesehenen Einsatz im Kühlsystem geeignet sein und über die erforderlichen Eigenschaften für den Frost- und Korrosionsschutz verfügen.

Außerdem sollte das Frostschutzgemisch niemals stärker oder schwächer angesetzt werden, als es die Herstellerangaben vorsehen. Ein falsches Mischungsverhältnis kann den gewünschten Frostschutz beeinträchtigen.

Besonders wichtig ist auch, dass die Seewasserpumpe niemals trocken laufen sollte. Deshalb sollte der Motor nur so lange laufen, wie tatsächlich Frostschutzgemisch in den Kreislauf eingespeist wird.

Bei Unsicherheit hinsichtlich des Motortyps, des Kühlkreislaufs oder der Vorgehensweise sollte immer die Betriebs- beziehungsweise Serviceanleitung des Motorherstellers herangezogen werden.

Einkreis- und Zweikreiskühlung nicht verwechseln

Ein häufiger Fehler beim Einwintern besteht darin, die beiden Kühlsysteme gleich zu behandeln.

Bei der Zweikreiskühlung muss zwischen dem inneren Motorkühlkreislauf und dem äußeren Seewasserkreislauf unterschieden werden. Während der innere Kreislauf normalerweise bereits mit einem geeigneten Kühlmittel gefüllt ist, muss der äußere Kreislauf gegen Frost geschützt werden.

Bei einer Einkreiskühlung kann die Situation anders aussehen, insbesondere wenn ein Thermostat den Wasserfluss im Motor beeinflusst.

Deshalb gilt: Vor dem Einwintern unbedingt feststellen, wie der eigene Motor aufgebaut ist und welche Vorgehensweise der Hersteller vorgibt.

Fazit

Den Seewasserkühlkreislauf eines Bootsmotors winterfest zu machen, ist mit der richtigen Vorbereitung und etwas Sorgfalt gut zu bewältigen. Entscheidend sind ein geeignetes Frostschutzmittel, das korrekte Mischungsverhältnis und eine Vorgehensweise, die zum jeweiligen Kühlsystem passt.

Besonders wichtig ist, dass der Frostschutz tatsächlich durch den gesamten relevanten Seewasserkreislauf gelangt und am Auspuff sichtbar austritt. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass die Seewasserpumpe nicht trocken läuft.

Wer diese Punkte berücksichtigt und die Vorgaben des Motorherstellers beachtet, schafft eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Bootsmotor sicher durch die Winterpause kommt und in der nächsten Saison zuverlässig wieder einsatzbereit ist.

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