EPIRB-Notfunkbake: Funktionsweise, Auslösung, Registrierung & wichtige Tipps für den Ernstfall
Eine EPIRB (Emergency Position-Indicating Radio Beacon) gehört heute zur sicherheitsrelevanten Grundausstattung jeder Hochsee- und Langfahrtyacht. Kaum ein Schiff verzichtet noch auf diese Notfunkbake – und das aus gutem Grund: Das internationale COSPAS/SARSAT-Rettungssystem hat seit Jahrzehnten Tausende Menschenleben gerettet und gilt als das zuverlässigste, weltweit verfügbare Notrufsignal auf See.
Im Folgenden findest du einen klar strukturierten und verständlich formulierten Überblick, sodass du sicher entscheiden kannst, welche EPIRB für dich geeignet ist und wie du sie richtig nutzt.
1. Was macht eine EPIRB – und wie funktioniert sie?
Löst jemand die Bake aus, sendet sie ein eindeutig zuordenbares Notsignal samt GPS-Position über die Frequenz 406 MHz an das internationale Satellitennetzwerk COSPAS/SARSAT. Von dort wird der Alarm direkt an das zuständige MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) übermittelt.
Das Ergebnis:
professionelle, globale und zuverlässige Rettungskoordination – selbst weit entfernt von der Küste.
2. Zwei Arten der Auslösung: Manuell & Automatisch
Manuelle Auslösung
Sicherung entfernen
Auslöseknopf für mehrere Sekunden drücken
Diese Sicherheitsroutine verhindert Fehlalarme.
Automatische Auslösung durch Wasserdruckauslöser
Die EPIRB sitzt in einem Spezialgehäuse. Sinkt die Yacht, wird sie ab einer bestimmten Tiefe automatisch freigegeben und schwimmt selbstständig auf – dort beginnt sie sofort zu senden.
Wichtig:
Eine automatisch auslösende EPIRB darf nicht unter Deck montiert werden.
Sie muss frei schwimmen können, sonst funktioniert die automatische Rettungskette nicht.
2. Zwei Arten der Auslösung: Manuell & Automatisch
Wasserkontakt notwendig
Viele EPIRBs senden nur, solange die Wasserkontaktpunkte benetzt bleiben.
Wird sie in eine Rettungsinsel geholt, stoppt nach einiger Zeit das Signal.
➡️ Das bedeutet: in der Rettungsinsel erneut manuell auslösen oder im Wasser befestigt lassen!
Antenne ausziehen? Besser nicht!
Einige Modelle benötigen das manuelle Herausziehen der Antenne.
Das erhöht die Fehleranfälligkeit im Stress.
➡️ Empfehlung: automatische Antennenöffnung bevorzugen.
4. Positionsbestimmung & Satellitenkontakt
Moderne EPIRBs besitzen immer einen integrierten GPS-Empfänger.
Nach der Auslösung:
Position wird ermittelt
Notruf + Koordinaten werden gesendet
Updates alle paar Minuten für mindestens 48 Stunden
Je nach Standort kann die Erfassung durch Satelliten:
sofort erfolgen (z. B. Ostsee, geostationäre Abdeckung)
bis zu mehrere Stunden dauern, wenn kein Satellit in Reichweite ist
➡️ Das bedeutet: Eine verzögerte Rückmeldung bedeutet NICHT, dass das Signal nicht funktioniert.
5. Rückmeldung ans Schiff: Return Link Service (RLS)
Viele neue EPIRBs bieten eine Rückbestätigung über das Galileo-Satellitensystem.
Sobald der Alarm empfangen wurde, bekommt die Bake ein Feedbacksignal.
Beispiel:
ACR GlobalFIX V5 AIS-RLS → blaues Blinksignal
Das reduziert Stress enorm, weil die Crew weiß:
„Unser Notruf ist angekommen.“
6. NFC-Technologie für schnelle Selbsttests
Wartung und Funktionskontrolle waren lange lästig – LED-Blinkcodes, Tabellen, Handbücher.
Neue Modelle mit NFC (Near Field Communication) ermöglichen:
EPIRB ans Smartphone halten
App führt automatischen Test durch
Prüfung von AIS, 121,5 MHz, 406 MHz, Batterie & GNSS
➡️ Deutlich einfacher, sicherer und schneller.
7. Registrierung – unverzichtbar und Pflicht
In Deutschland erfolgt die Registrierung über die Bundesnetzagentur.
Dort wird die EPIRB mit der MMSI (Maritime Mobile Service Identity) des Schiffs codiert.
Für Deutschland:
MMSI beginnt mit 211
Notrufe gehen über die Bundeswehr-SAR-Leitstelle in Münster
Weiterleitung an das MRCC Bremen (DGzRS)
Ohne Registrierung:
➡️ Keine Zuordnung – keine effektive Rettung!
8. Fehlalarm – wie geht man richtig vor?
Wurde die EPIRB versehentlich ausgelöst:
Bake ausschalten
Unbedingt MRCC/RCC kontaktieren
Sonst laufen Rettungsmaßnahmen weiter!
9. Wartung & Batteriewechsel
EPIRBs müssen regelmäßig gewartet werden:
Batteriewechsel durch zertifizierte Fachbetriebe
Internationale Segler sollten frühzeitig prüfen, wo unterwegs Servicestationen verfügbar sind
Tipp:
➡️ Markengeräte wählen – sie bieten globales Servicenetz.
10. Fazit – Warum keine Yacht ohne EPIRB fahren sollte
Eine EPIRB:
rettet Leben weltweit
löst die komplette Rettungskette automatisch aus
funktioniert unabhängig vom Bordstrom
ist absolut zuverlässig
Jede Crew sollte wissen:
wo die EPIRB ist
wie sie ausgelöst wird
dass sie kein Spielzeug ist – besonders wichtig bei Kindern
Wer eine EPIRB auslöst, setzt sofort internationale Rettungsmaßnahmen in Gang.
Oder anders gesagt:
Sie ist deine letzte und stärkste Sicherheitslinie auf offener See.
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