EPIRB Notfunkbake – Funktionsweise, Auslösung, Registrierung & Sicherheitstipps für die Praxis
EPIRB: Das wichtigste Rettungsmittel an Bord – richtig einsetzen & registrieren

EPIRB-Notfunkbake: Funktionsweise, Auslösung, Registrierung & wichtige Tipps für den Ernstfall

Eine EPIRB (Emergency Position-Indicating Radio Beacon) gehört heute zur sicherheitsrelevanten Grundausstattung jeder Hochsee- und Langfahrtyacht. Kaum ein Schiff verzichtet noch auf diese Notfunkbake – und das aus gutem Grund: Das internationale COSPAS/SARSAT-Rettungssystem hat seit Jahrzehnten Tausende Menschenleben gerettet und gilt als das zuverlässigste, weltweit verfügbare Notrufsignal auf See.

Im Folgenden findest du einen klar strukturierten und verständlich formulierten Überblick, sodass du sicher entscheiden kannst, welche EPIRB für dich geeignet ist und wie du sie richtig nutzt.

EPIRBNotfunkbake in beitra bild 003
Einsatzbereite EPIRB am Kartentisch einer Langfahrtyacht

1. Was macht eine EPIRB – und wie funktioniert sie?

Löst jemand die Bake aus, sendet sie ein eindeutig zuordenbares Notsignal samt GPS-Position über die Frequenz 406 MHz an das internationale Satellitennetzwerk COSPAS/SARSAT. Von dort wird der Alarm direkt an das zuständige MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) übermittelt.

Das Ergebnis:
professionelle, globale und zuverlässige Rettungskoordination – selbst weit entfernt von der Küste.

EPIRBNotfunkbake in beitra bild 004
Segelyacht in misslicher Lage. Mit der EPIRB wurde zuvor ein Notruf abgesetzt

2. Zwei Arten der Auslösung: Manuell & Automatisch

Manuelle Auslösung

  • Sicherung entfernen

  • Auslöseknopf für mehrere Sekunden drücken
    Diese Sicherheitsroutine verhindert Fehlalarme.

Automatische Auslösung durch Wasserdruckauslöser

Die EPIRB sitzt in einem Spezialgehäuse. Sinkt die Yacht, wird sie ab einer bestimmten Tiefe automatisch freigegeben und schwimmt selbstständig auf – dort beginnt sie sofort zu senden.

Wichtig:

  • Eine automatisch auslösende EPIRB darf nicht unter Deck montiert werden.

  • Sie muss frei schwimmen können, sonst funktioniert die automatische Rettungskette nicht.

EPIRBNotfunkbake in beitra bild 005
EPIRB

2. Zwei Arten der Auslösung: Manuell & Automatisch

Wasserkontakt notwendig

Viele EPIRBs senden nur, solange die Wasserkontaktpunkte benetzt bleiben.
Wird sie in eine Rettungsinsel geholt, stoppt nach einiger Zeit das Signal.
➡️ Das bedeutet: in der Rettungsinsel erneut manuell auslösen oder im Wasser befestigt lassen!

Antenne ausziehen? Besser nicht!

Einige Modelle benötigen das manuelle Herausziehen der Antenne.
Das erhöht die Fehleranfälligkeit im Stress.
➡️ Empfehlung: automatische Antennenöffnung bevorzugen.

EPIRBNotfunkbake in beitra bild 006
EPIRB

4. Positionsbestimmung & Satellitenkontakt

Moderne EPIRBs besitzen immer einen integrierten GPS-Empfänger.
Nach der Auslösung:

  1. Position wird ermittelt

  2. Notruf + Koordinaten werden gesendet

  3. Updates alle paar Minuten für mindestens 48 Stunden

Je nach Standort kann die Erfassung durch Satelliten:

  • sofort erfolgen (z. B. Ostsee, geostationäre Abdeckung)

  • bis zu mehrere Stunden dauern, wenn kein Satellit in Reichweite ist

➡️ Das bedeutet: Eine verzögerte Rückmeldung bedeutet NICHT, dass das Signal nicht funktioniert.

5. Rückmeldung ans Schiff: Return Link Service (RLS)

Viele neue EPIRBs bieten eine Rückbestätigung über das Galileo-Satellitensystem.
Sobald der Alarm empfangen wurde, bekommt die Bake ein Feedbacksignal.

Beispiel:

  • ACR GlobalFIX V5 AIS-RLS → blaues Blinksignal

Das reduziert Stress enorm, weil die Crew weiß:
„Unser Notruf ist angekommen.“

6. NFC-Technologie für schnelle Selbsttests

Wartung und Funktionskontrolle waren lange lästig – LED-Blinkcodes, Tabellen, Handbücher.

Neue Modelle mit NFC (Near Field Communication) ermöglichen:

  • EPIRB ans Smartphone halten

  • App führt automatischen Test durch

  • Prüfung von AIS, 121,5 MHz, 406 MHz, Batterie & GNSS

➡️ Deutlich einfacher, sicherer und schneller.

7. Registrierung – unverzichtbar und Pflicht

In Deutschland erfolgt die Registrierung über die Bundesnetzagentur.
Dort wird die EPIRB mit der MMSI (Maritime Mobile Service Identity) des Schiffs codiert.

Für Deutschland:

  • MMSI beginnt mit 211

  • Notrufe gehen über die Bundeswehr-SAR-Leitstelle in Münster

  • Weiterleitung an das MRCC Bremen (DGzRS)

Ohne Registrierung:
➡️ Keine Zuordnung – keine effektive Rettung!

8. Fehlalarm – wie geht man richtig vor?

Wurde die EPIRB versehentlich ausgelöst:

  1. Bake ausschalten

  2. Unbedingt MRCC/RCC kontaktieren
    Sonst laufen Rettungsmaßnahmen weiter!

9. Wartung & Batteriewechsel

EPIRBs müssen regelmäßig gewartet werden:

  • Batteriewechsel durch zertifizierte Fachbetriebe

  • Internationale Segler sollten frühzeitig prüfen, wo unterwegs Servicestationen verfügbar sind

Tipp:
➡️ Markengeräte wählen – sie bieten globales Servicenetz.

10. Fazit – Warum keine Yacht ohne EPIRB fahren sollte

Eine EPIRB:

  • rettet Leben weltweit

  • löst die komplette Rettungskette automatisch aus

  • funktioniert unabhängig vom Bordstrom

  • ist absolut zuverlässig

Jede Crew sollte wissen:

  • wo die EPIRB ist

  • wie sie ausgelöst wird

  • dass sie kein Spielzeug ist – besonders wichtig bei Kindern

Wer eine EPIRB auslöst, setzt sofort internationale Rettungsmaßnahmen in Gang.
Oder anders gesagt:
Sie ist deine letzte und stärkste Sicherheitslinie auf offener See.

EPIRB & MOB – Jetzt passende Rettungsmittel entdecken & bestellen

Höchste Sicherheit auf See beginnt mit der richtigen Ausrüstung. Im Gründl Zubehörshop findest du eine große Auswahl an modernen EPIRBs, PLBs und MOB-Systemen führender Hersteller – zuverlässig, international registrierbar und ideal für Hochseetörns oder küstennahe Fahrten.

EPIRB & MOB-Sicherheit im Gründl Zubehörshop